Geschichte der Schlittenhunde

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Wenn wir den Hund im Allgemeinen und insbesondere den Schlittenhund betrachten, könnte man der Versuchung unterliegen, ihm eine gewisse Verwandtschaft zum Wolf zu unterstellen. Tatsächlich besitzt auch unser domestizierter Freund eine Rute, vier Beine und einen Fang. Insofern ist die Abstammung kaum zu leugnen. Im Vergleich zu anderen Hunderassen führte der Entwicklungsprozess mit oder eher durch den Menschen bei den Schlittenhunden weniger zu Veränderungen in der Anatomie. Der grundsätzliche Körperbau des Schlittenhundes ist nahezu ursprünglich. Lediglich in den Haar- und Fellformveränderungen kam es zu unterschiedlichen Entwicklungen. Insbesondere Schlittenhunde haben innerhalb ihres Zusammenlebens mit dem Menschen kaum an Jagd- und Beutetrieb verloren. Diese Eigenschaft befähigt sie auch heute noch dazu, mit einer enormen Grundmotivation ihre Arbeit aufzunehmen. Darüberhinaus besitzen Schlittenhunde das Bedürfnis nach einem ausgeprägten Sozialleben. Sie sind - auf Grund ihrer wolfsgleichen Verhaltensweisen - geradezu ideal befähigt, ein ausgewogenes Rudelleben zu führen und natürliche Hierarchien zu installieren. Diesen Umstand ist sicher die Tatsache geschuldet, dass man Schlittenhunde innerhalb eines Gespannes perfekt zusammen arbeiten lassen kann. Wir konnten bislang, eine ausreichende Grundsozialisation abgesichert, die unterschiedlichsten Schlittenhunderassen (Alaskan Malamute, Sibirian Huskys, Samojeden und Hybrieden) in einem Gespann zusammenführen. Ein immer wieder beeindruckendes Gefühl. Aber noch einmal kurz zurück zum Wolf. In der Diskussion steht ja immer wieder die Frage nach dem Umstand, ob man einen Wolf domestizieren könne. Wie unterschiedlich die Meinungen darüber auch immer sein mögen, eine direkte Verwandschaft mit dem Wolf gilt als erwiesen. Insofern erscheint es nicht verwunderlich, wenn eine Annäherung zwischen Wolf und Mensch als realistisch anzusehen ist. So beschreibt Erik Ziemen (Der Wolf. Stuttgart, 2003) recht eindrucksvoll "...Welpen, die bis zu ihrem 16. Lebenstag mit dem Menschen in Berührung kommen und positive Erfahrungen machen (Futter, Streicheleinheiten) entwickeln Zweibeinern gegenüber kein Fluchtverhalten. ..." Diesen Umstand müssen sich wohl auch die ersten Menschen zu Nutze gemacht und so das gemeinsame Zusammenleben zwischen Mensch und Hund initiiert haben. Tatsächlich ist es wohl an dem, dass der Hund der erste tierische Begleiter des Menschen gewesen ist. Neben seinen hervorragenden Sozialisationseigenschaften zeichnen ihn auch noch heute viele andere Eigenschaften aus, welche ihn zum perfekten Begleiter für den Menschen machen. Selbst in den entlegendsten Winkeln unserer Erde ist diese Symbiose auch heute noch oftmals von kultureller, manchmal sogar von existentieller Bedeutung.

Auf Grund der Ergebnisse von archäologischen Ausgrabungen im ost- und nordeuropäischen, sowie asiatischen Raum kann davon ausgegangen werden, dass die Vorfahren unserer heutigen Hunde in der Mittelsteinzeit den Speiseplan unserer menschlichen Ahnen bereichert haben. Für diese Tatsache spricht das Auffinden von Haushundeüberresten in den Küchenabfällen der damaligen Menschen.
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Die weitere Entwicklung verläuft - zumindest in weiten Teilen unserer Erde - nicht gleichbleibend so tragisch. Innerhalb ihrer Genese entwickelten sich die Schlittenhunde zu einem uverzichtbaren, ja sogar lebenswichtigen Begleiter des Menschen. Insofern ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass die Eskimos vor ca. 2000 Jahren ihre Heimat in Richtung Norden in Begleitung der Schlittenhunde verließen. Zu dieser Zeit lag ihr Einsatzschwerpunkt primär im Transportieren von Lasten, weniger im Bereich des Hütens und Jagens.
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Im weiteren Verlauf, sicher auch bedingt durch die Ansiedlung der arktischen Ureinwohner, erkannten die Menschen die schlummernden Qualitäten der Schlittenhunde. So wurden sie zunehmend als Jagdhelfer und Hüter der Viehherden eingesetzt. Von Beständigkeit blieb begleitend stets der Einsatz als Lasttier. Entsprechend den unterschiedlichen Verwendungszwecken begann eine gezielte Sondierung der zur Zucht verwendeten Tiere. Von grundlegender Bedeutung war seit Anbeginn jedoch eine ausgeprägte Freundlichkeit dem menschlichen Wesen gegenüber. Diesbezüglich aggressive Tiere wurden selektiert und kompromißlos ausgeschlossen.
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Die heutige Verwendung der Schlittenhunde besitzt in nicht mehr allzuvielen Regionen unserer Erde eine praktische Relevanz. Auch hier hat die moderne Technik leider Einzug gehalten und einen Großteil der Schlittenhunde abgelöst. Insofern ist der heutige Einsatz zumeist durch sportliche Motivation geprägt. Dieser Umstand sollte die Bedeutung dieser Tiere in keinem Falle schmälern. Hauptsächlich die mit Schlittenhunden zusammenlebenden Mitmenschen wissen um diesen Umstand.
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| Kontakt | ©2007 Niels Müller